Zum Tag der Architektur 2026 wurden gleich zwei unserer Projekte von der Architektenkammer Rheinland-Pfalz ausgewählt. Besonders deshalb, weil die beiden Projekte auf ganz unterschiedliche Weise zeigen, wie vielfältig Architektur auf gesellschaftliche Herausforderungen antworten kann. Beide Projekte stehen beispielhaft für das, was unsere Arbeit seit vielen Jahren prägt: Bestehendes weiterzuentwickeln, Neues verantwortungsvoll zu gestalten und Architektur als langfristigen Beitrag für Menschen und Orte zu verstehen. In Polch zeigen wir mit dem Integrativen Sozialgebäude Viedel, wie aus denkmalgeschützter Bausubstanz durch behutsame Transformation ein lebendiger Ort für Begegnung, Gemeinschaft und gesellschaftliches Miteinander entstehen kann. In Koblenz steht mit dem Erweiterungsbau der Grundschule Asterstein ein zukunftsorientierter Bildungsbau im Mittelpunkt, der neue pädagogische Konzepte, nachhaltige Holzhybridbauweise und flexible Lernräume miteinander verbindet.
Wenn aus einem ehemaligen Krankenhausensemble wieder ein Ort für Menschen wird, entsteht mehr als nur ein saniertes Gebäude. Aus einem Ort, der seine ursprüngliche Funktion längst verloren hatte, ist wieder ein lebendiger Teil des öffentlichen Lebens geworden. Ein Ort für Begegnung, Kultur, Austausch und gesellschaftliches Miteinander. Dabei war unser Anspruch von Beginn an, nicht nur historische Bausubstanz zu erhalten, sondern einen Ort weiterzuentwickeln, der Vergangenheit und Zukunft miteinander verbindet. Einen Ort, an dem unterschiedliche Generationen zusammenkommen, Veranstaltungen stattfinden und Gemeinschaft wieder sichtbar wird. Gerade bei Bestandsgebäuden liegt darin eine besondere Verantwortung.
Holz-Hybridbau Grundschule Asterstein, Koblenz
Schule ist heute weit mehr als ein Ort des Unterrichts. Lernen findet im Austausch statt, in Gruppen, im Rückzug, im gemeinsamen Arbeiten und in ganz unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Genau deshalb verändern sich auch die Anforderungen an Schulgebäude. Wir haben einen bestehenden Bildungsstandort für diese Anforderungen weiterentwickelt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Architektur pädagogische Konzepte unterstützen und gleichzeitig langfristig flexibel bleiben kann? Entstanden ist ein Schulneubau, der Unterrichts-, Differenzierungs- und Aufenthaltsbereiche in einem zeitgemäßen Cluster-Modell miteinander verbindet. Flexible Raumstrukturen ermöglichen unterschiedliche Lernformen und schaffen eine Umgebung, die sich anpassen kann.