
Mit mehr als 1.800 Tieren aus rund 200 Arten ist der Zoo Neuwied nicht nur der größte Zoo in Rheinland-Pfalz, sondern auch eine der beliebtesten Freizeiteinrichtungen der Region. Verkehrsgünstig zwischen Köln und Frankfurt am Rand des Westerwaldes gelegen, verbindet der Zoo eindrucksvolle Tiererlebnisse mit einer wichtigen gesellschaftlichen Aufgabe: dem Schutz bedrohter Tierarten weltweit und direkt vor unserer Haustür.
Auf einer Fläche von 13,5 Hektar begegnen Besucher einer außergewöhnlichen Artenvielfalt. Von Löwen und Tigern über Schimpansen, Pinguine und Seehunde bis hin zur größten Känguru-Herde außerhalb Australiens bietet der Zoo faszinierende Einblicke in die Tierwelt. Auch Reptilienfreunde kommen auf ihre Kosten: Im Exotarium sorgen zahlreiche Großterrarien mit Schlangen, Echsen und Krokodilkaimanen für spannende Begegnungen. Ein besonderes Highlight ist die 2018 eröffnete Prinz Maximilian zu Wied Halle. Sie erinnert an den berühmten Naturforscher und Zoologen aus Neuwied und beherbergt südamerikanische Tierarten wie Tapire, Faultiere und Klammeraffen. Im angeschlossenen Nachttierbereich können Besucher zudem mehr als 200 Fledermäuse aus nächster Nähe beobachten.
Neben den tierischen Attraktionen bietet der Zoo zahlreiche Möglichkeiten zum Verweilen. Das Zoo-Restaurant, Picknickplätze, ein großer Spielplatz und der beliebte Streichelzoo machen den Besuch insbesondere für Familien zu einem abwechslungsreichen Erlebnis. Tägliche kommentierte Tiertrainings und Beschäftigungsprogramme vermitteln zusätzlich spannende Einblicke in das Verhalten der Tiere.
Die Aufgaben eines modernen, wissenschaftlich geführten Zoos gehen weit über die Erholung der Besucher hinaus. Bildung, Forschung sowie Natur- und Artenschutz zählen heute zu den wichtigsten Säulen der Zooarbeit. Als Mitglied der Europäischen Zoovereinigung EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) beteiligt sich der Zoo Neuwied an zahlreichen EAZA Ex-Situ Programmen (EEP). Diese schaffen Reservepopulationen bedrohter Tierarten in menschlicher Obhut und tragen langfristig zum Erhalt genetischer Vielfalt bei. Mehr als 50 Tierarten werden in Neuwied im Rahmen dieser Programme gehalten und gezüchtet.
Artenschutz endet jedoch nicht an den Grenzen des Zoos. Seit Ende 2022 können Besucher beim Eintritt freiwillig einen zusätzlichen Euro für den Natur- und Artenschutz spenden. Der sogenannte Artenschutz-Euro hat sich mittlerweile zu einer wichtigen Säule der internationalen Schutzarbeit des Zoos entwickelt. Die ersten geförderten Projekte werden über die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) koordiniert. Unterstützt werden Schutzmaßnahmen für das Pakarana, ein seltenes südamerikanisches Nagetier, die bedrohte Peters-Ameise sowie die Ecuador-Amazone. Die Mittel fließen unter anderem in die Finanzierung von Rangern, die Schutzgebiete überwachen, in die Installation von Nistkästen, wissenschaftliche Bestandskontrollen, Umweltbildungsprogramme für die lokale Bevölkerung sowie Wiederansiedlungsprojekte.
Darüber hinaus engagiert sich der Zoo Neuwied für die Altyn Dala Conservation Initiative in Kasachstan. Das Projekt schützt die einzigartige Steppenlandschaft der Goldenen Steppe und ihre tierischen Bewohner, darunter Saiga-Antilopen, Wildesel und Przewalskipferde – letztere können Besucher auch im Zoo Neuwied erleben.
Auch für die stark bedrohten Primatenarten Roter Vari und Brauner Klammeraffe übernimmt der Zoo Verantwortung. Mit Mitteln aus dem Artenschutzeuro werden Schutzprojekte in Madagaskar und Venezuela unterstützt. Die Erfolge zeigen, dass langfristiges Engagement Wirkung entfalten kann: Dank intensiver Schutzmaßnahmen konnte der Rote Vari bereits von der Liste der 25 am stärksten bedrohten Primatenarten der Welt gestrichen werden.
Neben internationalen Projekten richtet der Zoo Neuwied seinen Blick bewusst auch auf den heimischen Naturschutz. Denn bedrohte Arten und Lebensraumverluste sind längst nicht nur Probleme ferner Kontinente. Gemeinsam mit dem Verein ANUAL e.V. engagiert sich der Zoo für den Schutz der stark gefährdeten Gelbbauchunke, einer seltenen Amphibienart, deren Lebensräume in Deutschland zunehmend verschwinden.
Ebenso wird die Wildtierpflegestation Koblenz durch Mittel aus dem Artenschutzeuro unterstützt.
Der Zoo Neuwied zeigt damit eindrucksvoll, wie moderne Zoos heute arbeiten: als Orte der Begegnung, des Lernens und der Erholung – vor allem aber als wichtige Partner im weltweiten Einsatz für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Für die Besucher bedeutet das: Jeder Zoobesuch trägt dazu bei, bedrohten Tierarten eine Zukunft zu geben. Weitere Informationen, wie Öffnungszeiten und Kontaktdaten, finden Sie unter www.zooneuwied.de